58455 Witten
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Ausgezeichnet
- Baujahr:
- 2006
- Epoche(n):
- Gegenwart
- Urheber*in:
- Bauherr*in:
Die denkmalgeschützte Kirche St. Franziskus befindet sich auf einem beengten Grundstück in der Nachbarschaft von Produktionshallen der Edelstahlwerke Witten-Krefeld und Wohngebäuden der Jahrhundertwende. Ein rechteckiger Vorplatz führt zur Kirche und zu zwei Gebäuden der 1930er Jahre, in denen sich eine ehemalige Vikarie und das Pfarrbüro mit der Wohnung des Pfarrers befinden. Eine alte Sandsteinmauer schließt den Platz zur verkehrsreichen Herbeder Straße in Richtung Zentrum ab.
Die Entstehung der in den Jahren 1903/1904 errichteten Kirche steht im unmittelbaren Zusammenhang mit der Industrialisierung Wittens und dem dadurch bedingten starken Bevölkerungswachstum.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche bei zwei Luftangriffen erheblich beschädigt und in veränderter Gestalt wiederaufgebaut. 1960 erfolgte eine umfassende Renovierung, 1970 wurde der Innenraum an die liturgischen Anforderungen des Zweiten Vatikanischen Konzils angepasst. Zur jüngeren Ausstattung gehören Altar, Ambo und Taufstein von Josef Baron sowie ein 1979 geschaffenes Kreuz von Heinrich Bücker mit eingearbeiteten Reliquien. Die 1983 von Jupp Gesing gestalteten Glasfenster zeigen verschiedene Heilige mit Bezug zur Kirche. Die heutige Gestalt verbindet damit die neugotische Grundstruktur des frühen 20. Jahrhunderts mit späteren liturgischen und künstlerischen Überformungen.
Der im Jahr 2006 ergänzte Neubau mit zwei Gemeindesälen und verglastem, angrenzendem Foyer nutzt die dreieckige Gartenfläche parallel neben dem Kirchenschiff bis unmittelbar an die Grundstücksgrenze einer Nebenstraße. Diese ruhige Lage in zweiter Reihe war möglich, da das Gebäude der ehemaligen Vikarie in das Konzept eingebunden und die vorhandene Altbausubstanz vollständig integriert wurde.
Die Grundstruktur des Altbaus samt Holztreppen und Holzdecken konnte dank der neu angefügten Fluchttreppe erhalten bleiben. Hier befinden sich die Gruppenräume für Jung und Alt sowie die Nebenräume. Der eingeschossige Neubau mit den Gemeinderäumen ist ein eigenständiger Baukörper mit leicht ansteigendem Pultdach, der nicht in Konkurrenz zum Kirchenbau tritt und dessen Solitärcharakter unverändert erhält.
Im Innern des Gemeinderaumes finden sich Materialien wie Glas, Eichenholz für Boden und Türen sowie vorwiegend weiß gestrichene Flächen. Die Fassaden aus Glas und grauen Zinkblechpaneelen stehen im Kontrast zum roten Backstein und den Tondachziegeln der alten Kirche.
Auszeichnungen:
- Auszeichnung guter Bauten 2006 (BDA Arnsberg-Südwestfalen), Anerkennung
Autor*in: Anding Architekten/Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 29.09.2026
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