© Foto: Raimond Spekking (Ausschnitt); Lizenz: CC BY-SA 4.0
Elisabeth-von-Mumm-Platz 1, 50937 Köln
Legende für Merkmale
Objekt hat Auszeichnung
Objekt ist denkmalgeschützt
Objekt ist als Kulturdenkmal auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbe verzeichnet
Objekt wurde umgebaut, saniert oder erweitert
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1955-1959 / 2014–2020
Nebel Pössl Architekten
(Umbau 2020)
Architekt Gottfried Böhm
(Ursprungsbau 1959)
Genossenschaft Köln-Sülz eG
(Umbau 2020)
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Objektanzahl: 2565
50937 Köln
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Entfernung: 0.16 km
50935 Köln
Entfernung: 0.65 km
52074 Aachen
Die nach Plänen von Gottfried Böhm bis 1959 errichtete Kirche Zur Heiligen Familie in Köln-Sülz besteht aus einem zweigeschossigen Betonkubus, der im Westen durch den neobarocken Turm des Vorgängerbaus ergänzt wird und durch zwei geschlossene Brückenbauten mit den benachbarten Gebäuden verbunden ist. Der eigentliche Kirchenraum ruht auf einem verglasten Erdgeschoss, wobei die Innen- und Außenwände aus Schüttbeton gefertigt sind.
Die Fassade ist mit einer aus Betonplastiken bestehenden Darstellung eines Hirten und seiner Schafe versehen, während der Innenraum durch eine markante Lochwand geprägt ist. Diese umfasst 128 paarweise angeordnete achteckige Bleiglasfenster, auf denen musizierende Kinder dargestellt sind. Ursprünglich war der Kirchenraum nur über eine schmale Treppe im Turm sowie über zwei Brückenflügel aus den Nachbargebäuden zugänglich, die den Nonnen und kranken Kindern vorbehalten waren.
Im Zuge der Umwidmung zum Kulturraum wurde der Altarbereich entfernt, während baugebundene Elemente wie der Kreuzweg und die Beichtstühle erhalten blieben. Der Umbau erfolgte in enger Abstimmung mit dem Büro Böhm und der Denkmalpflege. Die zentrale gestalterische Intervention bestand in einer Umkehrung der ursprünglichen Raumfunktion: Anstelle des Altars befindet sich nun eine neue Treppenanlage. Die sonstigen Eingriffe wurden bewusst als reversible, möbelartige Einbauten konzipiert, um das ursprüngliche Raumgefühl zu bewahren. Der rund 500 Quadratmeter große Saal dient nun als multifunktionaler Veranstaltungsraum, dessen flexible Möblierung eine vielseitige Nutzung ermöglicht. Eine integrierte Theke kann bei Bedarf geschlossen werden und fügt sich nahtlos in die Architektur ein.
Das Erdgeschoss, ursprünglich für eine Kita oder Gastronomie vorgesehen, wird heute von der GWG Köln-Sülz als Bürofläche genutzt. Die Brücken, die für die neue Nutzung erneuert werden mussten, wurden in Form eines Stahltragwerks mit einer mehrschichtigen Haut aus Glas und perforierten Aluminiumverbundplatten rekonstruiert. Die Perforation zitiert die achteckigen Fensteröffnungen der ehemaligen Kirchenwand, wodurch der geschlossene Charakter der Brücken erhalten bleibt, während gezielte Ausblicke in die Kapelle und auf den Platz ermöglicht werden.
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Zuletzt geändert am 20.03.2025
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Kategorien:
Architektur » Öffentliche Gebäude » Sakralbauten