Synagogenplatz 1, 45468 Mülheim an der Ruhr
Legende für Merkmale
Objekt hat Auszeichnung
Objekt ist denkmalgeschützt
Objekt ist als Kulturdenkmal auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbe verzeichnet
Objekt wurde umgebaut, saniert oder erweitert
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1895-1897 / 1984-1994 (Umbau) / 2019-2024 (Sanierung)
Meyer Architekten GmbH
(Umbau 1994)
Dipl.-Ing. Architekt Martin Hütténes | Hütténes GmbH Architekten
(Sanierung 2019)
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Objektanzahl: 2515
45468 Mülheim an der Ruhr
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Das denkmalgeschützte Gebäude aus Wilhelminischer Zeit wurde in den Jahren 1885/1886 auf dem Schollenfeld errichtet. Die Eröffnung des Kaiserlichen Hauptpostamts fand am 17. Mai 1897 statt. Hinter der prachtvollen Fassade mit Stilelementen der Spätgotik und Renaissance befanden sich die Verwaltungsräume der Postbeamten, die Telegrafie- und Fernsprechstelle sowie eine Dienstwohnung für den Amtsvorsteher.
Das Gebäude besteht aus einem dreigeschossigen Vorderhaus mit Walmdach und Spitzboden, einem zwei- bzw. dreigeschossigen Verbindungsbau (Mittelhaus) sowie einem dreigeschossigen Anbau (Hinterhaus) mit Tonnendach in gemauerter Bauweise.
Nach dem Auszug des Postamts wurde 1985 die ehemalige Schalterhalle zunächst in eine Bürgerbegegnungsstätte umgewandelt. Im Trakt, in dem zuvor die Paketstation untergebracht war, schloss sich ein Saal für Wechselausstellungen an. Nach langer Umbauphase wurde am 27. August 1994 das Gebäude endgültig seiner neuen Bestimmung als Kunstmuseum übergeben.
An die Ursprünge der „Alten Post“ erinnern heute noch der nostalgische blaue Briefkasten und der Schriftzug über den Fenstern der ersten Etage. Ebenfalls erhalten geblieben sind der dekorative Wandfries und die verblendeten Säulen aus dunkelgrün glasiertem Stabmosaik im Foyer, in dem sich einst die Postschalter befanden. Die weitläufige Eingangshalle bildet heute das Entrée mit Kasse, Sitzmöbeln und Museumsshop. Hier finden viele Veranstaltungen und Ausstellungseröffnungen statt.
Die Stadt Mülheim an der Ruhr führt seit 2019 die brandschutztechnische Sanierung, die Anpassung der Lüftungs- und Klimatechnik sowie die Erneuerung der Video- und Einbruchmeldeanlage des denkmalgeschützten Gebäudes durch. Ausführende Architekten sind Hütténes GmbH Architekten. Eine Wiedereröffnung des Museums ist für das Frühjahr 2024 avisiert.
Zur Geschichte des Kunstmuseums:
Mit dem Ankauf der Sammlung Rheinen legte die Stadt Mülheim an der Ruhr am 4. Februar 1909 die Grundlage für ein Museum, aus dem das Heimatmuseum im Tersteegenhaus und das heutige Kunstmuseum erwachsen sind. Zunächst wurde die Städtische Sammlung in Robert Rheinens Wohnhaus in der Schollenstraße 2 und ab 1912 als „Städtisches Museum“ in der klassizistischen Vorsterschen Villa präsentiert.
Unter der Leitung des Kunsthistorikers Werner Kruse zog das Museum 1922 in das Landratsamt in der Teinerstraße. Ein Bombenangriff im Juni 1943 zerstörte das Museumsgebäude mit einem Großteil der Sammlung, des Inventars, der Akten und der Bibliothek. Die verbliebenen Überreste wurden im Keller des Rathauses gelagert und in der Nachkriegszeit in Provisorien untergebracht.
In den 1960er-Jahren wurden Teile der Sammlung auf Schloß Styrum und im „Kunstkabinett“ der Stadtbücherei präsentiert. 1970 konnte das Museum erstmals wieder eigene Räume an der Leineweberstraße 1 für sich beanspruchen. Mit dem Umzug 1994 in das Gebäude der „Alten Post“ erhielt das Kunstmuseum nach langen Wanderjahren ein dauerhaftes Domizil.
Autor*in: Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr / Redaktion baukunst-nrw
Zuletzt geändert am 30.08.2023
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Kategorien:
Architektur » Öffentliche Gebäude » Kulturbauten (Kino, Theater, Museen)