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Waldkindergarten Wadersloh-Liesborn

Waldkindergarten Wadersloh-Liesborn, Frontansicht
Waldkindergarten Wadersloh-Liesborn, rückwärtige Außenperspektive
Waldkindergarten Wadersloh-Liesborn, Seitenansicht
Waldkindergarten Wadersloh-Liesborn, überdachter Eingangsbereich
Waldkindergarten Wadersloh-Liesborn, überdachter Eingangsbereich mit Bepflanzung
Waldkindergarten Wadersloh-Liesborn, holzsichtiger Innenraum
Waldkindergarten Wadersloh-Liesborn, holzsichtiger Innenraum
Grundriss
Seitenansicht
Frontansicht
Querschnitt

Waldkindergarten Wadersloh-Liesborn, Frontansicht
Waldkindergarten Wadersloh-Liesborn, rückwärtige Außenperspektive
Waldkindergarten Wadersloh-Liesborn, Seitenansicht
Waldkindergarten Wadersloh-Liesborn, überdachter Eingangsbereich
Waldkindergarten Wadersloh-Liesborn, überdachter Eingangsbereich mit Bepflanzung
Waldkindergarten Wadersloh-Liesborn, holzsichtiger Innenraum
Waldkindergarten Wadersloh-Liesborn, holzsichtiger Innenraum
Grundriss
Seitenansicht
Frontansicht
Querschnitt
Standort
Im Klostergarten 3
59329 Wadersloh
  • Auszeichnung Ausgezeichnet

Der vom Architekten Thomas Becker aus Ennigerloh entworfene Neubau des Waldkindergartens Liesborn definiert architektonisch eine bewusste Abkehr vom provisorischen Charakter üblicher Waldkindergärten.

Ein Waldkindergarten ist eine besondere Form des Kindergartens, bei der sich ein Großteil der Tagesgestaltung im Wald oder in naturnaher Umgebung abspielt. Die Kinder halten sich grundsätzlich im Außenraum auf, unabhängig von Jahreszeit oder Temperatur. Der Wald ersetzt dabei zahlreiche Funktionen klassischer Kindergartenhäuser. Es gibt häufig lediglich einen einfachen Unterstand, einen Bauwagen oder eine Schutzhütte, die bei extremen Wetterbedingungen genutzt werden.

Das pädagogische Konzept orientiert sich an reformpädagogischen Ideen und stellt die ganzheitliche Entwicklung des Kindes in den Mittelpunkt. Kinder lernen durch eigenes Erleben, durch Bewegung, Beobachtung und das freie Spiel mit Naturmaterialien wie Stöcken, Blättern, Steinen oder Erde. Vorgefertigtes Spielzeug ist in einem Waldkindergarten kaum vorhanden, was Kreativität, Fantasie und Selbstständigkeit fördert. Die Umgebung dient als offenes Klassenzimmer, in dem Themen wie Jahreszeiten, Tiere, Pflanzen oder Wetter auf natürliche Weise in den Alltag integriert sind.

Das entstandene Ensemble des Kindergartens besteht aus zwei einfachen, klar gegliederten Baukörpern, die über den durch eine überdachte Pergola hervorgehobenen Haupteingang miteinander verbunden sind. Einer der Baukörper fungiert als halboffener Unterstand, der andere bietet einen geschlossenen, geschützten Innenraum. Beide Baukörper werden durch eine klare, reduzierte Formensprache mit steil geneigten Giebeldächern geprägt, die an traditionelle Scheunen und Bauernhäuser erinnern und sich in die umgebende Naturlandschaft integrieren. Die Dachflächen sind mit einer Stehfalzdeckung aus anthrazitfarbenem Zinkblech ausgeführt.

Der geschlossene Gebäudeteil verfügt über eine Grundfläche von etwa 61 Quadratmetern und beinhaltet neben einem Essraum mit demontierbaren Tischen auch eine kleine Küchenzeile sowie eine Garderobe und zwei Toiletten. Über eine schmale Treppe wird eine Spielebene erschlossen, die bis zum Dachfirst geöffnet ist. Anders als in Lösungen aus Bauwagen oder mobilen temporären Räumen bietet die Einrichtung fließendes Wasser sowie einen Abwasseranschluss und ist zusätzlich mit einer elektrischen Fußbodenheizung ausgestattet.

Ein wesentliches Gestaltungsmerkmal der in Holzständerbauweise ausgeführten Baukörper ist die sensible Einbindung des bestehenden Baumbestands, insbesondere einer markanten Weide, welche durch die Positionierung der Gebäude bewusst gerahmt und somit zum integralen Element des Ensembles wird. Die Holzständerbauweise ist eine Bauweise, bei der die tragende Konstruktion eines Gebäudes aus senkrechten Ständern und waagerechten Riegeln besteht. Diese Bauteile bilden ein tragfähiges Holzskelett, das die Lasten des Daches und der Decken aufnimmt und in den Boden ableitet.
Die Fassadengestaltung ist durch eine senkrechte Lärchenholzschalung geprägt, deren Oberfläche durch leichtes Flammen bearbeitet wurde. Durch das Flammen wird die bearbeitete Holzschichte resilienter gegenüber Witterungseinflüssen und Schädlingsbefall. Im holzsichtigen Innenraum wurden die Oberflächen naturbelassen.

Die Wahl der architektonischen Mittel folgt konsequent den Prinzipien von Natürlichkeit und Einfachheit, wodurch ein Ort von archaischer Geborgenheit und funktionaler Klarheit entsteht.

Auszeichnungen:

  • Westfälischer Preis für Baukultur 2025 (LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen, Westfalen-Initiative), Anerkennung
  • Auszeichnung Vorbildlicher Bauten in Nordrhein-Westfalen 2025 (Land NRW/Architektenkammer NRW)
  • Architekturpreis Münster-Münsterland 2023, Auszeichnung

Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 05.06.2025

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Architektur Öffentliche Gebäude Schulen/Kindergärten/Altenwohnanlagen