48161 Münster
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Ausgezeichnet
- Baujahr:
- 2025
- Epoche(n):
- Gegenwart
- Urheber*in:
- SOWATORINI Landschaft PartmbB (Landschaftsarchitektur)
- Bauherr*in:
Das Wohnquartier Grüner Weiler I entstand zwischen 2020 und 2025 auf dem Gelände der ehemaligen Oxford-Kaserne im Westen Münsters und stellt einen wesentlichen Baustein der Umnutzung des ehemals militärisch genutzten Areals zu einem gemischt genutzten Stadtquartier dar. Bauherrin ist die eigens gegründete Wohnungsgenossenschaft Grüner Weiler eG.
Die Generalplanung wurde den Planer*innen von office03 Waldmann & Jungblut Architekten BDA realisiert und basiert auf dem Wettbewerbsentwurf der Arbeitsgemeinschaft Birgit Brewe Architekten und Seraina Merz Architektur. Die Freiraumplanung stammt von SOWATORINI Landschaft. Das genossenschaftliche Wohnprojekt umfasst insgesamt 102 Wohneinheiten für etwa 250 Bewohnerinnen und Bewohner, von denen etwa die Hälfte öffentlich gefördert ist.
Mit dem Abzug der britischen Streitkräfte im Jahr 2013 eröffnete sich die Möglichkeit, die großflächige Kasernenanlage der Oxford-Kaserne schrittweise in ein neues Wohnquartier zu transformieren. Innerhalb dieses Konversionsprozesses verfolgt der Grüne Weiler einen bewusst gemeinschaftsorientierten Ansatz, der das „Wohnen“ um ein vielfältiges Angebot gemeinschaftlich nutzbarer Räume erweitert. Das Projekt versteht sich dabei als zeitgenössische Interpretation eines „Weilers“, dessen räumliche Organisation auf Nachbarschaft, gemeinschaftlicher Nutzung und gegenseitiger Unterstützung basiert. Ziel ist es, die Wohnfläche pro Person zu reduzieren und zugleich durch gemeinschaftliche Angebote einen hohen Wohn- und Lebensstandard zu gewährleisten.
Städtebaulich entwickelt sich das Ensemble aus drei Baukörpern, dem „Punkt“, dem „Riegel“ und dem „Winkel“, die einen etwa 2.000 Quadratmeter großen begrünten Innenhof umschließen. Trotz der unterschiedlichen Gebäudehöhen und -volumen treten die Baukörper durch ein einheitliches Material- und Gestaltungskonzept als ein zusammengehöriges Ensemble auf. Der viergeschossige „Punkt“ fungiert als Kopfbau, der die Adresse des Quartiers markiert, und vermittelt mit seinem überhöhten Erdgeschoss zwischen dem öffentlichen Straßenraum und dem gemeinschaftlichen Innenhof. Der „Riegel“ bildet den südlichen Abschluss der Anlage und strukturiert durch seine Länge den Hofraum, während der niedrigere „Winkel“ den Übergang zur umgebenden Wohnbebauung herstellt. Die Gebäude öffnen sich mit ihren Laubengängen zum Innenhof und erzeugen ein räumliches Gefüge, das Begegnungen fördert und zugleich differenzierte Übergänge zwischen gemeinschaftlichen und privaten Bereichen schafft.
Das Wohnungsangebot umfasst Ein- bis Fünfzimmerwohnungen sowie Clusterwohnungen, Atelierwohnungen, Ausbauwohnungen, Großwohngemeinschaften und spezielle Wohnformen für Menschen mit Pflege- und Assistenzbedarf. Ergänzt wird dieses Angebot durch mehr als 1.000 Quadratmeter gemeinschaftlich genutzter Infrastruktur. Im Erdgeschoss des „Punktes“ befinden sich unter anderem Veranstaltungsräume, Werkstätten, ein Waschsalon, eine Velohalle, Gemeinschaftsbüros sowie das „Kulinarium“, in dem täglich regionale Mahlzeiten zum Selbstkostenpreis angeboten werden. Weitere gemeinschaftliche Einrichtungen, wie Kieztreff, Coworking-Bereiche, Textilatelier, Musik- und Fitnessräume sowie Gästewohnungen, verteilen sich auf die übrigen Gebäude und stärken den sozialen Zusammenhalt innerhalb des Quartiers.
Auszeichnungen:
- Westfälischer Preis für Baukultur 2025 (LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen, Westfalen-Initiative), Preisträger
- polis Award 2026, Kategorie Soziale Quartiersentwicklung, 2. Preis
- Deutscher Bauherrenpreis 2026, Auszeichnung
- Auszeichnung Vorbildlicher Bauten in Nordrhein-Westfalen 2025 (Land NRW/Architektenkammer NRW)
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 17.07.2026
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