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Wohn- und Geschäftshaus Marktstraße

Frontansicht Marktstraße, giebelständige Baukörper
Außenperspektive Marktstraße, giebelständige Baukörper, historischer Bestand
Außenperspektive Marktstraße, giebelständige Baukörper, historischer Bestand

Frontansicht Marktstraße, giebelständige Baukörper
Außenperspektive Marktstraße, giebelständige Baukörper, historischer Bestand
Außenperspektive Marktstraße, giebelständige Baukörper, historischer Bestand
Standort
Marktstraße 6
48431 Rheine
  • Denkmalschutz Denkmalgeschützt
  • Sanierung Objekt wurde umgebaut, saniert oder erweitert
Baujahr:
2019-2021
Epoche(n):
Gegenwart
Urheber*in:
Bauherr*in:

Das Wohn- und Geschäftshaus an der Marktstraße 6 in Rheine befindet sich auf einem polygonalen Grundstück, das zwischen Marktplatz und Kirchplatz der St. Dionysius-Kirche im Altstadtkern liegt. Die Planung des mehrteiligen Neubaus stammt von BALDAUF ARU ARCHITEKTUR aus Steinfurt.

Ausgangspunkt des Bauvorhabens war ein giebelständiges Bestandsgebäude, dessen denkmalgeschützte Straßenfassade erhalten und in den Neubau integriert wurde. Nach der konstruktiven Sicherung der Fassade wurde der dahinterliegende Baukörper weitgehend zurückgebaut. An dessen Stelle entstand ein neues Wohn- und Geschäftshaus, das die erhaltene Straßenfassade wieder in seine Gebäudestruktur einbindet.

Der Neubau erfolgte im unmittelbaren Umfeld des historischen Marktplatzes, der im Rahmen des städtischen Entwicklungskonzepts „Lebendige Innenstadt“ grundlegend umgestaltet wurde. Die Marktstraße ist Teil der sogenannten Historischen Meile, die sich von der Münsterstraße über den Marktplatz bis zum Thie erstreckt. Neben der Realisierung des Gebäudes wurden die angrenzenden öffentlichen Räume nach vorausgehenden archäologischen Untersuchungen erneuert, neu befestigt und infrastrukturell angepasst. Das Wohn- und Geschäftshaus steht somit im Kontext einer umfassenden baulichen Weiterentwicklung des historischen Stadtkerns und passt sich diesem formal an.

Der Erhalt der denkmalgeschützten Straßenfassade auf dem Grundstück erforderte umfangreiche konstruktive Sicherungsmaßnahmen. Vor Beginn der Abbrucharbeiten wurde der Giebel durch eine vorgestellte Stahlkonstruktion mit vertikalen und horizontalen Profilen stabilisiert und ausgesteift. Der giebelständige Neubau entwickelt sich von der erhaltenen Straßenfassade aus in die Tiefe des Grundstücks und greift die Kleinteiligkeit der Nachbarbebauung auf. Der Baukörper gliedert sich straßenseitig in drei giebelständige Abschnitte, die das Bauvolumen auflösen.

Der helle Klinker, hochformatige Fensteröffnungen und mit roten Ziegeln gedeckte Satteldächer greifen ein vertrautes Motiv der innerstädtischen Umgebung auf, ohne die historische Formensprache unmittelbar zu reproduzieren. Das Erdgeschoss ist mit großformatigen Fensteröffnungen für eine innerstädtische Geschäftsnutzung vorgesehen, darüber befinden sich weitere Wohn- und Gewerbeeinheiten.

Der hintere, zur Kirche orientierte Grundstücksteil wird durch eine terrassierte Freitreppe geprägt, die den Höhenunterschied zwischen Marktstraße und Kirchplatz überwindet und den hinteren Zugang der Bebauung bildet. Ein weiterer Baukörper in Querausrichtung zur straßenseitigen Bebauung bildet den Abschluss des Grundstücks und verweist auf die gegenüberliegende Kirche.

Der dreieckig zulaufende Kirchplatz wird durch die Positionierung des Ensembles und der terrassierten Freitreppe räumlich erweitert und gleichzeitig neu gefasst.

Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 24.08.2026

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