52074 Aachen
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Ausgezeichnet
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Denkmalgeschützt
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Objekt wurde umgebaut, saniert oder erweitert
- Baujahr:
- 1873 / 1913 (Umbau) / 1970er (Umbau) / 2023 - 2025 (Sanierung)
- Epoche(n):
- Historismus
- Urheber*in:
- Hermann Joseph Hürth (Ursprungsbau 1873)Jenna Prahl (Sanierung 2025)
- Bauherr*in:
- Leonard Monheim (Ursprungsbau 1873)Robert und Jenna Prahl (Sanierung 2025)
Die Villa Monheim am Muffeter Weg in Aachen wurde in den Jahren 1873 und 1874 als repräsentativer Sommersitz für den erfolgreichen Schokoladenfabrikanten Leonard Monheim errichtet. Die historistische Villa entstand nach Plänen des Architekten Hermann Joseph Hürth auf dem damals noch weitgehend unbebauten Königshügel westlich der Innenstadt. Das ursprüngliche Haupthaus wurde in mehreren Bauabschnitten umgebaut und um Nebengebäude ergänzt.
Als eine der frühen Fabrikantenvillen Aachens steht das Anwesen exemplarisch für die räumliche Trennung von Wohnort und Produktionsort, die sich besonders in der bürgerlichen Oberschicht im Zuge der Industrialisierung im ausgehenden 19. Jahrhundert entwickelte.
Die dreigeschossige Villa mit Mansarddach folgt einem quadratischen Grundriss und ist in der Formensprache der Neorenaissance gestaltet. Die in rotem und sandsteinfarbenem Ziegelmauerwerk ausgeführten Fassaden werden durch Werksteineinfassungen, Gesimse und profilierte Fenster gegliedert. Das steile Mansarddach mit verschiedenfarbiger Schieferdeckung im Rautenmuster bildet den oberen Abschluss des Baukörpers und führt die Gliederung vom Abschluss des Mauerwerks fort.
Die nach Süden zum ehemaligen Garten orientierte Schauseite und die Westseite werden durch einen vorgelagerten Mittelrisalit geprägt. Die ursprüngliche Gartenfassade wurde durch den später ergänzten Wintergarten mit Loggia im ersten Obergeschoss und Balkon im zweiten Obergeschoss stark überformt. Die bis dahin vorwiegend im ersten Obergeschoss gelegenen Wohn- und Repräsentationsräume wurden in das Sockelgeschoss erweitert und der Haupteingang auf das Umgebungsniveau nach unten verlegt. Eine neue Haupttreppe, der zweigeschossige Wintergarten und eine separate Dienstbotentreppe veränderten die innere Organisation des Hauses in Richtung der Gartenseite. Die räumliche Trennung zwischen repräsentativen Wohnbereichen, Hauswirtschaft und Personal wurde dadurch deutlicher ausgebildet und ist im heutigen Bestand weiterhin ablesbar.
Ab 1970 wurde die Villa von der RWTH Aachen als Institut für Werkstoffe der Elektrotechnik genutzt und erneut baulich verändert. Originale Ausstattungselemente wurden teilweise überformt und Wandfassungen und Bodenbeläge überdeckt. Auch die offene Loggia wurde zugemauert und als zusätzliche Bürofläche genutzt. Nach Aufgabe der Hochschulnutzung stand das denkmalgeschützte Gebäude über 10 Jahre leer und wies zunehmend Feuchte- und Substanzschäden auf.
Mit der Übernahme durch Jenna und Robert Prahl begann eine umfassende denkmalpflegerische Instandsetzung. Grundlage der Arbeiten war eine detaillierte Bestandsaufnahme, bei der zahlreiche zuvor verborgene historische Bauteile und Oberflächen wieder freigelegt wurden. Gründerzeitliche Fliesen, Wandfassungen, Türen und konstruktive Elemente wurden erhalten und restauriert, während spätere Einbauten zurückgebaut wurden. Die zugemauerte Loggia wurde wieder geöffnet und in ihre ursprüngliche räumliche Wirkung zurückgeführt. Auch die historische Dienstbotentreppe blieb als Zeugnis der ursprünglichen Funktionsorganisation erhalten.
Für den behutsamen Umgang mit den unterschiedlichen historischen Zeitschichten wurden Jenna und Robert Prahl 2026 mit dem zweiten Preis des Bundespreises für Handwerk in der Denkmalpflege ausgezeichnet.
Auszeichnungen:
- Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege 2026 NRW (DSD, ZDH), 2. Preis
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 05.11.2026
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