baukunst-nrw

Johannes Rau-Zentrum

Johannes Rau-Zentrum, Neubau
Ensemble Johannes Rau-Zentrum mit Neu-und Altbauten
Johannes Rau-Zentrum, Neubau
Johannes Rau-Zentrum, fassadenansicht Neubau
Hervortretende Holzanbauten der Bibliothek
Detailansicht Fassade
Foyer Neubau
Bibliothek Innenansicht
Bibliothek innen mit Büchernischen
Grundriss
Schnitt

Johannes Rau-Zentrum, Neubau
Ensemble Johannes Rau-Zentrum mit Neu-und Altbauten
Johannes Rau-Zentrum, Neubau
Johannes Rau-Zentrum, fassadenansicht Neubau
Hervortretende Holzanbauten der Bibliothek
Detailansicht Fassade
Foyer Neubau
Bibliothek Innenansicht
Bibliothek innen mit Büchernischen
Grundriss
Schnitt
Standort
Rainer-Grünter-Straße 5
42119 Wuppertal
  • Auszeichnung Ausgezeichnet

Mit der Johannes Rau-Bibliothek entsteht ein öffentlich zugänglicher Ort, der nicht nur die rund 14.000 Bände umfassende Sammlung des ehemaligen Bundespräsidenten bewahrt, sondern auch als Forum für Wissenschaft, Politik und Gesellschaft fungiert. Eingebettet in ein Ensemble aus Neubau, Gästehaus und bestehender Fachbibliothek formuliert das Projekt eine städtebaulich und architektonisch überzeugende Antwort auf den Anspruch, Erinnerung und Austausch in einem atmosphärisch wie funktional hochwertigen Rahmen zu vereinen.

Über einen geschlossenen Verbindungsgang werden Gästehaus und Fachbibliothek miteinander verknüpft. Der Neubau dockt an diesen Gang an und orientiert sich zur Rainer-Gruenter-Straße, wo er als prägnanter Ankunftsort mit öffentlicher Präsenz fungiert. Zwischen Alt- und Neubauten entsteht ein klar gefasster Vorplatz, der als einladendes Entrée das Zentrum des Ensembles markiert – hier liegt der neue Haupteingang des Johannes Rau-Zentrums.

Die neue Bibliothek wird auf zwei Seiten von einem formal gestalteten Steingarten umgeben. In Kombination aus heller Kiesfläche, Heckenrahmung, skulpturalen Elementen und locker gruppierten Baumpflanzungen entsteht ein kontemplativer Außenraum, der die Ruhe und Konzentration des Ortes architektonisch unterstützt.

Das Foyer mit Empfangs- und Garderobenbereich öffnet sich großzügig zum Vorplatz und übernimmt die Verteilerfunktion für die gesamte Anlage. Zentrum der Anlage ist der ca. 9 × 13 m große Bibliothekssaal mit einer Raumhöhe von 4,80 m – flexibel nutzbar für Lesungen, Symposien oder Diskursformate. Drei dachseitige Oberlichter und Fensteröffnungen an den Seiten erzeugen eine ausgewogene Tageslichtsituation und stellen visuelle Bezüge zur Umgebung her.

An drei Raumseiten treten rechteckige, apsidial ausgeformte Anbauten aus der Sichtbetonwand hervor. Diese architektonischen Nischen, in massiver Holzkonstruktion ausgeführt und mit Lamellenverkleidung artikuliert, beherbergen die 5.000 wertvollsten Bände der Sammlung. Ihre präzise ausgearbeitete Materialität – Holz, geschliffener Sichtbeton, durchgehender Parkettboden – steht für eine zurückhaltend-edle Ästhetik, die Funktionalität, Würde und Atmosphäre vereint.

Die Johannes Rau-Bibliothek versteht sich als mehrschichtiger Ort: Bibliothek, Erinnerungsraum und Veranstaltungsforum in einem – realisiert mit architektonischer Klarheit und funktionaler Präzision.

Auszeichnungen:

  • Architekturpreis Wuppertal 2023 (BDA Wuppertal), Auszeichnung

Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 10.04.2025

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Architektur Öffentliche Gebäude Kulturbauten (Kino, Theater, Museen)