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Gemeindezentrum Genezareth-Kirche

Gemeindezentrum Genezareth-Kirche, Außenperspektive Haupteingang
Gemeindezentrum Genezareth-Kirche, Außenperspektive Haupteingang
Gemeindezentrum Genezareth-Kirche, Haupteingang

Gemeindezentrum Genezareth-Kirche, Außenperspektive Haupteingang
Gemeindezentrum Genezareth-Kirche, Außenperspektive Haupteingang
Gemeindezentrum Genezareth-Kirche, Haupteingang
Standort
Vaalser Str. 349
52074 Aachen
  • Auszeichnung Ausgezeichnet
Baujahr:
2014-2018
Epoche(n):
Gegenwart
Urheber*in:
Bauherr*in:

Der vom Berliner Planungsbüro Weinmiller Großmann Architekten realisierte Neubau der Aachener Genezareth-Kirche mit Gemeindezentrum entstand als Ergebnis eines Realisierungswettbewerbs, der nach der Zusammenlegung zweier evangelischer Kirchengemeinden ausgelobt wurde.

Das in direkter Nähe des Aachener Westfriedhofs an einer Hauptverkehrsachse gelegene Ensemble bildet den baulichen Mittelpunkt der Evangelischen Kirchengemeinde, Biblischen Christengemeinde und Diakonie der westlichen Stadtteile Aachens. Das Ensemble aus freistehendem Glockenturm und dem zusammenhängenden Kirchenraum, Gemeindezentrum sowie der Beratungsstelle der Diakonie wird über einen straßenseitigen Vorplatz erschlossen.

Die unterschiedlichen Gebäudeteile sind innerhalb des klinkersichtigen Baukörperensembles ablesbar und gruppieren sich um einen zentralen Innenhof, der von einem verglasten Kreuzgang umschlossen ist. Der Innenhof fungiert als kommunikatives und spirituelles Herzstück des Ensembles und bietet Raum für beruhigte Feste, Gottesdienste oder Gemeindeaktivitäten im Freien. Neben der symbolischen Bedeutung des Rückzugs ins Innere ermöglicht der Innenhof auch die natürliche Belichtung der großzügigen Flurerschließung.

Der Kirchenraum selbst ist fensterlos gestaltet und wird ausschließlich über Oberlichter und seitliche Lichtschächte belichtet. Auf diese Weise entsteht ein weiches, indirektes Licht, welches den Raum gleichmäßig erhellt und eine aufrechte, nach oben gewandte Haltung erzeugt. Die archetypischen Elemente der christlichen Kirchenarchitektur – Hauptschiff, Obergaden, Apsis – sind formal abstrahiert und in klaren Proportionen umgesetzt. Die weiße Farbgebung und die zurückhaltende Möblierung unterstützen die beruhigte Wirkung. Das Wechselspiel von Licht, Schatten und Materialität erzeugt eine sakrale Atmosphäre, die ohne monumentale Geste auskommt und dennoch eine starke Präsenz entfaltet.

Das angrenzende Gemeindezentrum deckt alle wesentlichen Funktionen des Gemeindelebens ab. Neben Veranstaltungs- und Gruppenräumen für Kinder und Jugendliche sind hier eine Kindertagesstätte, die Verwaltung der Diakonie sowie eine Pfarrwohnung angeordnet. Alle Bereiche sind klar gegliedert und ermöglichen parallele Nutzungen ohne akustische oder funktionale Konflikte. Der Zugang zur Diakonie erfolgt separat vom Vorplatz aus, während die Pfarrwohnung sich in einem eigenständigen Baukörper zum rückwärtigen Naturraum orientiert.

Das Raumkonzept setzt konsequent auf Offenheit, Flexibilität und Autonomie einzelner Nutzungseinheiten, ohne den Zusammenhalt des Ensembles zu verlieren. Im Innenraum prägen helle Natursteinböden, Möbel und Einbauten aus Eichenholz und eine hohe Ausführungsqualität die Atmosphäre. Die bewusste Reduktion auf wenige, hochwertige Materialien stärkt die skulpturale Wirkung der Architektur und erzeugt ein zeitgemäß hochwertiges Erscheinungsbild.

Auszeichnungen:

  • Deutscher Ziegelpreis 2020, Anerkennung
  • Architekturpreis Aachen 2020 (BDA), Auszeichnung

Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 24.07.2025

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Kategorien

Architektur Öffentliche Gebäude Bürger- /Gemeindezentren
Architektur Öffentliche Gebäude Sakralbauten
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