baukunst-nrw

Textilfabrik Ermen und Engels

LVR-Industriemuseum, ehemalige Textilfabrik Ermen & Engels
Textilfabrik Ermen und Engels von oben
Blick vom Engels-Platz nach Süden auf das Ensemble
Kopfbau Industriemuseum
Westfassade eh. Zwirnerei
Ostfassade eh. Zwirnerei
Innenhof mit Übergang eh. Zwirnerei und Spinnerei
Ecksituation eh. Spinnerei
Eh. Spinnereigebäude (heute Rathaus)
Eh. Spinnereigebäude von Norden (heute Rathaus)
Sheddachhallen auf dem Gelände, heute Hallen der Freiwilligen Feuerwehr Engelskirchen
Altes Baumwolllager
Neues Baumwolllager
Villa Braunswerth, Fabrikantenvilla der Unternehmerfamilie Engels
Eh. Werksschlosserei (heute Engel-Museum)
Treppenhaus Zwirnerei
Treppenauge Industriemuseum
Eh. Schaltzentrale im Industriemuseum
Industriemuseum Innenansicht Turbinenkeller

LVR-Industriemuseum, ehemalige Textilfabrik Ermen & Engels
Textilfabrik Ermen und Engels von oben
Blick vom Engels-Platz nach Süden auf das Ensemble
Kopfbau Industriemuseum
Westfassade eh. Zwirnerei
Ostfassade eh. Zwirnerei
Innenhof mit Übergang eh. Zwirnerei und Spinnerei
Ecksituation eh. Spinnerei
Eh. Spinnereigebäude (heute Rathaus)
Eh. Spinnereigebäude von Norden (heute Rathaus)
Sheddachhallen auf dem Gelände, heute Hallen der Freiwilligen Feuerwehr Engelskirchen
Altes Baumwolllager
Neues Baumwolllager
Villa Braunswerth, Fabrikantenvilla der Unternehmerfamilie Engels
Eh. Werksschlosserei (heute Engel-Museum)
Treppenhaus Zwirnerei
Treppenauge Industriemuseum
Eh. Schaltzentrale im Industriemuseum
Industriemuseum Innenansicht Turbinenkeller
Standort
Engelsplatz
51766 Engelskirchen
  • Denkmalschutz Denkmalgeschützt
  • Sanierung Objekt wurde umgebaut, saniert oder erweitert
Baujahr:
1837 / 1985
Epoche(n):
Klassizismus, Historismus, Gegenwart
Urheber*in:
Bauherr*in:

An der Aggerschleife in Engelskirchen liegt das ehemalige Fabrikensemble Ermen & Engels, ein bedeutendes Zeugnis der frühen Industrialisierung im Bergischen Land. Friedrich Engels sen. gründete die Baumwollfabrik 1837 gemeinsam mit dem aus England stammenden Peter Ermen. Nach englischem Vorbild entstand eine großmaßstäbliche Anlage, deren Entwicklung eng mit der Nutzung der Wasserkraft der Agger verbunden war. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde der Betrieb mehrfach erweitert und umfasste unter anderem Spinnerei, Zwirnerei und Bleicherei. In seiner Blütezeit beschäftigte das Werk mehr als 600 Menschen.

Die Energieversorgung war ein wesentlicher Bestandteil der Fabrikanlage. Das Wasser der Agger trieb zunächst die Produktionsmaschinen an. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die bestehende Wasserkraftanlage zu einem Elektrizitätswerk ausgebaut. Turbinen, Generatoren und Regler versorgten nicht nur die Fabrik, sondern zeitweise auch den Ort Engelskirchen mit Strom. Ergänzend stand eine Dampfmaschine zur Verfügung, die die Energieversorgung absicherte. Das heute erhaltene Kraftwerk dokumentiert damit den Übergang von der mechanischen zur elektrischen Energieversorgung.

Die Fabrikgebäude spiegeln unterschiedliche Phasen der industriellen Entwicklung wider. Besonders prägend sind die aus Bruchstein errichteten Baukörper der Spinnerei und Zwirnerei. Die 1866–1869 errichtete Spinnerei erhielt eine für ihre Zeit moderne Konstruktion aus Gusseisen, deren Tragwerk beim späteren Umbau sichtbar erhalten blieb. Die ehemalige Zwirnerei mit ihrem ursprünglich hölzernen Innengerüst wurde ebenfalls weitergenutzt. Zusammen mit der Fabrikantenvilla Braunswerth, dem Park und den Nebenanlagen bildet sie bis heute ein zusammenhängendes Ensemble.

Mit der Stilllegung der Textilproduktion 1979 stand die Anlage zunächst vor dem Abriss. Vorgesehen war, das Gelände weitgehend zu beseitigen und durch ein Wohngebiet zu ersetzen. Die Unterschutzstellung des Ensembles und ein neues Umnutzungskonzept änderten diese Entwicklung. In den 1980er Jahren wurde die Fabrik durch die BauCoop Köln unter Beteiligung von Wolfgang Felder schrittweise für neue Nutzungen erschlossen. Die ehemalige Spinnerei wurde zum Rathaus der Gemeinde Engelskirchen, die benachbarte Färberei zur Feuerwache. In der Zwirnerei entstanden Wohnungen, Läden und Praxen. Zugleich erhielt dort das damalige Rheinische Industriemuseum einen Standort.

Charakteristisch für den Umbau ist der Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz. In der Zwirnerei wurden Fassaden geöffnet, eine Passage angelegt und Belichtungsschächte in den Baukörper eingeschnitten. So konnte die historische Struktur mit zeitgemäßen Anforderungen verbunden werden, ohne den industriellen Charakter des Gebäudes aufzugeben. Das unter Schutz gestellte Ensemble wird heute weiterhin gemischt genutzt. Das ehemalige Kraftwerk beherbergt als Standort des LVR-Industriemuseums eine Ausstellung zur Geschichte der Energieversorgung und der Fabrik. Rathaus, Wohnungen, Gewerbe- und soziale Einrichtungen ergänzen die öffentlichen und privaten Nutzungen.

Die Qualität der Anlage liegt damit nicht allein in der Erhaltung einzelner historischer Gebäude. Entscheidend ist die Weiterentwicklung des gesamten Fabrikareals.

Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 05.10.2026

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