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Emscher Betriebsgebäude und Auslasswerk Dortmund-Mengede

Schrägluftbild von Norden, Emscher Betriebsgebäude und Auslasswerk Dortmund-Mengede

Schrägluftbild von Norden, Emscher Betriebsgebäude und Auslasswerk Dortmund-Mengede
Standort
Strünkedestraße / Rittershofer Straße
44359 Dortmund
  • Auszeichnung Ausgezeichnet
Baujahr:
2013
Epoche(n):
Gegenwart
Urheber*in:
Bauherr*in:

Mit dem Umbau der Emscher von einem offenen Abwasserkanal zu einer naturnahen Flusslandschaft wird im Hochwasserrückhaltebecken Dortmund-Mengede an der Stadtgrenze zu Castrop-Rauxel ein neuer, einmaliger Landschaftsraum entstehen. Das Büro B.A.S. Kopperschmidt + Moczala aus Dortmund plante das Auslassbauwerk und ein Betriebsgebäude, die über eine öffentlich zugängliche 144 Meter lange leichte Stahlbrücke verbunden und in das übergeordnete Wegenetz eingebunden sind. Das markante turmartige Betriebsgebäude ist zugleich Informationszentrum, Landmarke und Aussichtsplattform.

Das Gebäude erstreckt sich über drei Etagen. Im Erdgeschoss befindet sich ein Info-Raum, der sich zur Terrassenfläche in Richtung Auslassbauwerk orientiert und ein weites Nutzungsspektrum von einer Ausstellungsfläche über eine Besprechungsnutzung bis zum Ausschank von Getränken bietet.
Im 1. Obergeschoss sind neben einem Lagerraum WCs für das Betriebspersonal sowie für die Besucher vorgesehen. Im 2. Obergeschoss liegt der Betriebsraum des Auslassbauwerks. Hier sind die Steuerungsanlagen der Schütztafeln untergebracht. Zudem sind ein Besprechungsbereich und ein Kontrollplatz mit Blick auf das Auslassbauwerk vorgesehen. Auf dem Dach findet sich eine Aussichtsterrasse, die - soweit das Gebäude geöffnet ist - über eine offene, im Außenraum liegende Stahltreppe an der Stirnseite des Gebäudes öffentlich zugänglich ist.

Einfache und robuste Materialien unterstreichen den Charakter des technischen Gebäudes, das durch seine Form zu einer zeichenhaften Skulptur wird. In der Tradition der für das Ruhrgebiet typischen Industriearchitektur ist das Gebäude mit einer Ziegelfassade konzipiert. Die tragende Innenschale der Außenwand besteht aus Beton. Fensterelemente, Brüstungsabdeckungen sowie das offene Treppenhaus bestehen aus eisenglimmerbeschichtetem Stahl und korrespondieren mit der Stahlkonstruktion der Schütze des Auslassbauwerks. Alle Fenster sind durch perforierte Stahlblech-Fensterläden geschützt. Die Läden sind als Klappschiebeläden ausgebildet. Die Terrasse erhält in Verlängerung der Brücke einen Holzbohlenbelag, Außentreppen und –stufen bestehen aus Sichtbeton. In der nördlichen Fassade finden sich in unregelmäßigen Abständen Öffnungen in der Ziegelwand, hinter denen sich Nistkästen für Fledermäuse befinden.

Auszug aus der Jurybegründung (Westfälischer Preis für Baukultur):
„…Zum anderen überzeugt das Projekt durch seinen klugen Umgang mit der noch jungen Landschaft des neuen Emschertals. Anstelle sich auf den sichtbaren Kontext zu beziehen, - der erst in einigen Jahren sein endgültiges Aussehen haben wird -, bezieht sich das Projekt auf den unsichtbaren Kontext: Auf das Hochwasser, dass nur in seltenen Fällen das Rückhaltebecken in einen See verwandeln wird und dem Projekt für kurze Zeit seinen eigentlichen Sinn verleiht. Durch die organische Gestaltung des Auslassbauwerks und durch die Aussichtsplattform ist die Abwesenheit des Wassers jederzeit sichtbar und wird zu einem ästhetischen Erlebnis…“

Eine Filmdokumentation des Projektes findet sich unter: https://www.lwl.org/walb-download/Filme/01_Emscher_Auslasswerk_HD.mp4

Auszeichnungen:

  • Westfälischer Preis für Baukultur 2015 (LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen, Westfalen-Initiative), Preisträger

Autor*in: B.A.S. Kopperschmidt + Moczala / Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 17.08.2023

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Objektkommentare

Ludwig Rudolph am 18.07.2016 22:55 Uhr

Das Bauwerk ist wirklich sehr schön in die Landschaft eingepasst und sehenswert.

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Architektur Gewerbebauten Technische Gebäude