48361 Beelen
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Objekt wurde umgebaut, saniert oder erweitert
- Baujahr:
- 2021 (Umbau/Aufstockung)
- Epoche(n):
- Gegenwart
- Urheber*in:
- - keine Angabe - (Bestand)Oliver Spiekermann | Architekten Spiekermann (Umbau/Aufstockung)
- Bauherr*in:
Das Wohn- und Bürohaus „Haus aus Häusern“ am historischen Kirchplatz in Beelen wurde im Jahr 2021 nach Plänen von Architekten Spiekermann realisiert. Ausgangspunkt des Umbauvorhabens bildete ein sanierungsbedürftiges Einfamilienhaus aus den 1960er-Jahren, dessen Keller- und Sockelgeschoss erhalten und durch eine neue Aufstockung ergänzt wurden.
Das ursprüngliche Obergeschoss mit Satteldach wurde zurückgebaut und durch drei eigenständige, unterschiedlich positionierte Baukörper mit Satteldächern ersetzt. Gegenwärtig dient das Erdgeschoss als Wohneinheit, während die Obergeschosse Büroflächen beherbergen.
Das unmittelbar an den Kirchplatz angrenzende Grundstück befindet sich im, von kleinteiliger Bebauung geprägten, historischen Ortskern Beelens. Mit der Gliederung der Aufstockung in drei einzelne Volumen reagiert der Entwurf sowohl auf die Maßstäblichkeit der umliegenden Bebauung als auch auf die Anforderung an getrennte Raumbereiche der Büroflächen. Die drei giebelständigen Baukörper mit Satteldächern treten gegenüber dem gemeinsamen Sockelgeschoss abwechselnd vor und zurück und erscheinen als eigenständige „Häuser“, die dem Bestand aufgesetzt wurden. Die Dächer sind ohne Überstände ausgebildet, sodass die Baukörper eine präzise, skulpturale Wirkung entfalten. Ein horizontales Fensterband öffnet die Obergeschosse zum Kirchplatz und schafft eine direkte Blickbeziehung zur historischen Bebauung.
Der erhaltene und ertüchtigte Bestand und die Aufstockung unterscheiden sich deutlich in ihrer Materialität. Das Sockelgeschoss ist mit rötlichen, handgebrochenen Klinkern verkleidet, deren unregelmäßige Oberfläche auf das historische Bruchsteinmauerwerk der ehemaligen Kirche sowie auf die regionale Bautradition des Ziegelbaus Bezug nimmt. Die darüber liegenden Baukörper tragen hingegen eine hellgraue Verkleidung aus schmalen Zementspanplatten auf Holz-Beton-Basis. Die Fassadenbekleidung wird an ausgewählten Stellen in den Innenraum fortgeführt und bildet insbesondere im Treppenhaus eine gestalterische Verbindung zwischen Außen- und Innenraum. Zur Gartenseite wurde der Bestand teilweise geöffnet und durch großformatige Verglasungen ergänzt.
Die Aufstockung wurde als Hybridkonstruktion aus Holz und Kalksandstein realisiert. Das Raumkonzept des Eingriffs basiert auf der Öffnung und Überhöhung einzelner Wohnbereiche im Erdgeschoss und der formalen Trennung der Büroflächen im Obergeschoss. Während sich Teile des Sockelgeschosses eingeschossig entwickeln, öffnen sich einzelne Wohnbereiche bis unmittelbar unter die Dachgiebel und erreichen Raumhöhen von bis zu sieben Metern. Eingestellte Podeste und horizontale Zwischendecken schaffen zusätzliche Ebenen und differenzierte Raumfolgen.
Die Grundrissstruktur wurde so konzeptioniert, dass die einzelnen Gebäudeteile sowohl gemeinsam als auch unabhängig voneinander genutzt werden können. Durch das Ergänzen oder Entfernen von Trennwänden und Türen lässt sich das Gebäude mit vergleichsweise geringem baulichem Aufwand an veränderte Wohn- und Arbeitsformen anpassen und perspektivisch in bis zu drei eigenständige Nutzungseinheiten gliedern.
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 20.08.2026
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