45127 Essen
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Denkmalgeschützt
- Baujahr:
- 1928-1929
- Epoche(n):
- Moderne
- Urheber*in:
- Bauherr*in:
- Internet:
- www.lindengalerie-essen.de
Das Deutschlandhaus entstand 1928/29 nach Plänen des Kölner Architekten und Immobilienunternehmers Jacob Koerfer. Als Verwaltungs- und Geschäftshaus gehört es zu den frühen Hochhäusern Essens und gilt als erstes Hochhaus der Stadt. Mit seiner sachlich-modernen Gestaltung setzte der Bau einen deutlichen Kontrast zur traditionellen Architektur des umliegenden Bankenviertels.
Der Gebäudekomplex liegt an der Lindenallee und erstreckt sich bis zur Trentelgasse. Ein markanter Kopfbau am heutigen Hans-Toussaint-Platz wird von zwei langen Seitenflügeln ergänzt. Zwischen den Flügeln liegt ein etwa 16 × 15 Meter großer Lichthof. Die städtebauliche Konzeption verbindet damit eine prägnante Straßenfassade mit einer klar gegliederten Blockstruktur.
Der rund 37,4 Meter hohe Kopfbau umfasst 10 Geschosse und entstand in bemerkenswert kurzer Zeit: Die Arbeiten begannen im Juni 1928, bereits ein Jahr später konnte die Stadt das Gebäude beziehen. Auf rund 22.000 Quadratmetern Nutzfläche waren unterschiedliche Funktionen untergebracht. Neben städtischen Ämtern gab es vermietete Büroflächen und Geschäfte im Erdgeschoss.
Formal steht das Deutschlandhaus für die Neue Sachlichkeit der späten 1920er-Jahre. Anstelle historisierender Fassadengestaltung bestimmt eine reduzierte, funktional geprägte Architektur das Erscheinungsbild. Der Bau verkörpert damit den Wandel des Essener Stadtkerns zur modernen Großstadt und die zunehmende Bedeutung von Büro- und Verwaltungsbauten.
Ursprünglich wurde das Deutschlandhaus in erster Linie als technisches Rathaus errichtet. Hier wurden zahlreiche zuvor über die Stadt verteilte Ämter zusammengeführt, darunter Baupolizei-, Garten-, Vermessungs- und Wohnungsbauamt. Gleichzeitig war das Gebäude von Anfang an für eine gemischte Nutzung konzipiert. Eine besondere technische Ausstattung ist der bis heute vorhandene Paternosteraufzug, der die Geschosse bis zur fünften Etage erschließt.
Historische Fotografien zeigen am Kopfbau ein umlaufendes Fensterband, das die Fassade ursprünglich deutlich horizontal gliederte. Diese Ausprägung ist heute nicht mehr erhalten. Im Laufe der Jahrzehnte wurde das Deutschlandhaus an veränderte Nutzungen angepasst. 1990 kamen die Einkaufspassage Lindengalerie und ein angrenzendes Parkhaus hinzu. Seit 1988 steht der Gebäudekomplex unter Denkmalschutz. Seine Bedeutung beruht sowohl auf seiner Rolle als frühes Hochhaus der Essener Innenstadt als auch auf seiner architekturgeschichtlichen Stellung als Beispiel für den Übergang vom traditionellen zum modernen Büro- und Verwaltungsbau.
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 19.08.2026
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