59929 Brilon
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Denkmalgeschützt
- Baujahr:
- 1506 (Burg Niederalme) / 1. Hälfte 18. Jh. (barockes Schloss)
- Epoche(n):
- Barock
- Urheber*in:
- Bauherr*in:
- Gerhard von Meschede (Burg Niederalme)Dietrich Adam von Meschede (Wasserschloss)
Das dreiflügelige Wasserschloss im Briloner Ortsteil Alme entstand in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf dem Gelände der älteren Burg Niederalme. Die Geschichte des Adelssitzes reicht bis ins späte Mittelalter zurück.
Im Jahr 1506 wurde auf dem Grundstück unter Gerhard von Meschede eine Burg errichtet, deren Bauteile teilweise in den späteren Schlossbau integriert wurden. Unter Dietrich Adam von Meschede entstand schließlich die heutige Anlage. Ein Wappenstein mit der Jahreszahl 1719 verweist auf den Baubeginn, während die Südfront mit dem Allianzwappen Meschede-Bruch und der Jahreszahl 1744 auf eine spätere Bauphase beziehungsweise die Fertigstellung hinweist.
Die Schlossanlage ist als dreiflügeliger Gebäudekomplex angeordnet, dessen Seitenflügel einen nach Norden geöffneten Innenhof umfassen. Auf drei Seiten wird das Ensemble von künstlichen Wassergräben umgeben, sodass der Innenhof nur über eine rücke mit Durchfahrt erschlossen werden kann. Das zentral positionierte Herrenhaus wird durch einen erhöhten Sockelbereich, zwei Vollgeschosse und Walmdach mit Schieferdeckung gegliedert. Einzelne Bauteile im westlichen Gebäudeteil gehen noch auf einen Vorgängerbau zurück, der ansonsten komplett überformt wurde.
Die repräsentative Parkfassade mit Südausrichtung wird durch einen dreiachsigen Mittelrisalit geprägt, der in einer Kolossalordnung beide Geschosse zusammenfasst. Pilaster korinthischer Ordnung gliedern den Vorbau und verweisen in ihrer Formensprache auf barocke Epochenmerkmale. Das ornamentreiche Portal wird von dem Familienwappen der Meschede-Bruchs bekrönt. Auch die Fensteröffnungen sind durch profilierte Einfassungen plastisch hervorgehoben.
Hofseitig wird das Herrenhaus über eine zweiläufige Freitreppe erschlossen. Eine ältere Treppenanlage entstand um 1830, während die gegenwärtige Freitreppe erst 1962 ausgeführt wurde. Sie vermittelt zwischen dem erhöht liegenden Hauptgeschoss und dem Innenhof und unterstreicht zugleich die hierarchische Gliederung des Baukörpers. Das Hauptportal vermittelt in ein großzügiges Treppenhaus und den gartenseitigen Saal.
Die eingeschossigen Seitenflügel der ehemaligen Stallungen und Nebenräume mit Krüppelwalmdächern ergänzen das Haupthaus und begrenzen den Innenhof. Sie werden ebenfalls durch historische Portale, Wappen und Werksteinelemente differenziert, sind dem Hauptgebäude jedoch baulich klar untergeordnet.
Das Schloss ist im Privatbesitz und nicht öffentlich zugänglich.
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 08.10.2026
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