59872 Meschede
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Denkmalgeschützt
- Baujahr:
- ab 1606/08 / 1760er (Vorburg und Wirtschaftsgebäude)
- Epoche(n):
- Renaissance, Barock
- Urheber*in:
- Bauherr*in:
- Heinrich Leo von Westphalen (Vorburg und Wirtschaftsgebäude)Friedrich Wilhelm von Westphalen (Vorburg und Wirtschaftsgebäude)
Die heutige Anlage des Wasserschlosses im Mescheder Ortsteil Laer geht auf eine mittelalterliche Niederungsburg zurück, die erstmals im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt wurde. Seit dem Erwerb durch Heinrich von Westphalen im Jahr 1602 befindet sich die Anlage im Besitz der Familie von Westphalen.
Ab 1608 wurde unter Einbeziehung älterer Bauteile ein repräsentatives Herrenhaus errichtet, das im Verlauf des 17. und 18. Jahrhunderts mehrfach erweitert und überformt wurde. Die heutige Gestalt der in Ziegelbauweise errichteten Anlage entstand schrittweise durch die Umwandlung der ursprünglichen Burg zu einem repräsentativen Wasserschloss, das unterschiedliche Stil- und Epochenmerkmale aufweist.
Das freistehende Hauptgebäude liegt in Tallage unweit der Ruhr und ist von einem Wassergraben umgeben. Zur Gesamtanlage gehören neben dem Hauptgebäude eine achsensymmetrisch organisierte Vorburg mit Wirtschaftsgebäuden sowie eine südlich gelegene Schlosskapelle.
Das ursprünglich dreigeschossige Herrenhaus wurde zu Beginn des 17. Jahrhundert durch einen vorgelagerten Treppenturm in der Mittelachse ergänzt. Mit dem barocken Portal und der Turmhaube erhielt das Gebäude eine deutlich repräsentativere Gestalt, die im 18. Jahrhundert durch die beiden seitlichen Erweiterungen und dem hinzugefügten Mansarddach verstärkt wurde. In diesem Zuge wurde die Geschossigkeit des Hauptgebäudes auf zwei Vollgeschosse reduziert.
Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Gesamtanlage unter Friedrich Wilhelm von Westphalen um eine neue Vorburg sowie weitere Wirtschaftsgebäude erweitert. Die symmetrisch angeordnete Anlage besteht aus eingeschossigen Baukörpern und zweigeschossigen Kopfbauten und Mittelbau mit Tordurchfahrt. Alle Haupt- und Nebengebäude schließen mit Mansarddächern ab. Der mittig positionierte Torbau ist so auf das Herrenhaus ausgerichtet und folgt der linear angelegten Allee. Die klare axiale Ordnung verbindet Vorburg und Hauptschloss zu einer zusammenhängenden Gesamtanlage mit klar ablesbarer Hierarchie.
Bei einem Umbau im Jahr 1893 wurde die zuvor im Treppenturm liegende Wendeltreppe durch eine hölzerne Treppenanlage im Eingangssaal ersetzt. Der Hauptsaal erhielt eine größere Raumhöhe und eine neue Stuckdecke, während der Wandstuck und ein Kamin mit dem Wappen der Familien Westphalen und Ledebur aus dem 17.Jahrhundert erhalten blieben.
Ein weiteres prägendes Element des Schlossparks ist die bereits 1839 errichtete eiserne Hängebrücke über die Ruhr. Ihre ingenieurbaumäßige Konstruktion besteht aus gusseisernen Pfeilern, Tragketten und einer hölzernen Lauffläche und ist in wesentlichen Teilen ihrer historischen Konstruktion erhalten. Als technisches Denkmal erweitert sie die aus Herrenhaus, Vorburg, Kapelle und Park bestehende Anlage um ein bedeutendes Zeugnis des frühen Ingenieurbaus des 19. Jahrhunderts.
Das Schloss ist aufgrund des Privatbesitzes nicht öffentlich zugänglich.
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 09.10.2026
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