33397 Rietberg
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Denkmalgeschützt
- Baujahr:
- 1805 / 1978 (Wiederaufbau)
- Epoche(n):
- Urheber*in:
- Bauherr*in:
Das Historische Rathaus bildet zusammen mit der Pfarrkirche St. Johannes Baptist und den angrenzenden historischen Gebäuden den städtebaulichen Mittelpunkt des Rietberger Stadtkerns. Der zweigeschossige Fachwerkbau steht am Bolzenmarkt an der Rathausstraße und prägt mit seiner symmetrischen Fassade und dem vorgelagerten Treppen- und Eingangsbauwerk wesentlich das Bild der Altstadt. Errichtet wurde das Rathaus 1804/05 anstelle eines baufälligen Vorgängerbaus. Der Neubau entstand in einer Zeit, in der Rietberg nach dem Ende der gräflichen Herrschaft vor einem politischen und gesellschaftlichen Umbruch stand.
Architektonisch verbindet das Gebäude die traditionelle Bauweise der Region mit einer klar gegliederten, auf Repräsentation ausgerichteten Gestaltung. Das Fachwerk ist regelmäßig aufgebaut und die zur Rathausstraße orientierte Hauptfassade wird durch ihre symmetrische Ordnung und die mittige Erschließung bestimmt. Ein gedeckter Treppenaufgang führt zum Eingang und hebt den Zugang aus der Fassadenebene hervor. Die Konstruktion bleibt dabei als wesentliches Gestaltungselement sichtbar und stellt eine unmittelbare Verbindung zur Fachwerkarchitektur des historischen Stadtkerns her.
Der Bau steht zugleich für die kommunale Selbstverwaltung Rietbergs. Das Rathaus war und ist nicht lediglich Verwaltungsgebäude, sondern markiert den öffentlichen Mittelpunkt der historischen Stadt. Seine Lage am Bolzenmarkt vermittelt zwischen den kleinteiligen Fachwerkhäusern der Altstadt und den bedeutenden Sakral- und Profanbauten rund um den Kirchplatz. Dadurch wird das Gebäude zu einem wichtigen Bezugspunkt innerhalb des historischen Stadtgrundrisses.
Das heutige Rathaus ist allerdings nicht vollständig der ursprüngliche Baubestand von 1805. Wegen erheblicher baulicher Schäden wurde das Gebäude 1977 bis auf die äußere Wand des Treppenaufgangs abgetragen und anschließend 1978 nach dem historischen Vorbild wiederaufgebaut. Die Rekonstruktion bewahrte die charakteristische äußere Gestalt und damit ein für das Stadtbild wesentliches Zeugnis der Rietberger Baugeschichte.
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 28.09.2026
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