33397 Rietberg
- Baujahr:
- 15. / 16. / 17. / 19. Jh.
- Epoche(n):
- Gotik, Historismus
- Urheber*in:
- Bauherr*in:
Die katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist steht als städtebaulich prägendes Bauwerk neben dem Rathaus inmitten des historischen Rietberger Stadtkerns. Die heutige Kirche geht in wesentlichen Teilen auf mehrere Bauphasen vom späten Mittelalter bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurück.
Ein Vorgängerbau wurde 1457 durch einen Blitzschlag zerstört. Der anschließende Neubau zog sich über mehrere Jahrzehnte hin. Aus dieser Bauphase stammt der heute noch erhaltene Turm, dessen Bau für das Jahr 1483 belegt ist. 1654/59 erhielt die Kirche zwei Seitenschiffe. Im 19. Jahrhundert kam es wiederholt zu schweren Bauschäden: 1838 stürzte ein Teil des Gebäudes ein, 1897 folgte ein weiterer Einsturz des Langhauses. Diese Ereignisse führten schließlich zu einem weitreichenden Neubau.
Das heutige Langhaus entstand 1898 als neugotische, vierjochige Halle ohne Querhaus. Vom älteren Kirchenbau blieben der Chor mit 5/8-Schluss aus dem frühen 16. Jahrhundert und der mittelalterliche Turm aus dem 15. Jahrhundert erhalten. Der Turm wurde in den Neubau einbezogen und besitzt eine charakteristische geschweifte Haube von 1799.
Im Inneren bestimmen Kreuzrippengewölbe auf Rundpfeilern den Raum. An den Chor schließen Kapellen an, während weitere Anbauten den Bau ergänzen. Auch die Ausstattung verweist auf die lange Geschichte des Ortes. Der Taufstein aus Sandstein trägt die Jahreszahl 1515, die reich geschnitzte Kanzel stammt aus dem 18. Jahrhundert. Hinzu kommen unter anderem eine Figur des Schmerzensmannes aus der Zeit um 1520 und eine Doppelmadonna vom Beginn des 18. Jahrhunderts.
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 28.09.2026
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