50996 Köln
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Denkmalgeschützt
- Baujahr:
- 1938-41 / 1952-54 (Wiederaufbau) / 1990 (Erweiterung und Sanierung)
- Epoche(n):
- 1950er-70er Jahre
- Urheber*in:
- Architekt Prof. Paul Bonatz (Gestaltung)K. Schaechterle (Konstruktion)Dipl.-Ing. Hellmut Homberg (Wiederaufbau)
- Bauherr*in:
Die Rodenkirchener Brücke zählt zu den technisch und historisch markanten Rheinquerungen im Raum Köln. Sie wurde in den Jahren 1938 bis 1941 als erdverankerte Hängebrücke errichtet. Mit einer Hauptöffnung von 387 Metern und zwei Seitenfeldern von jeweils 94,5 Metern war sie zur Zeit ihrer Fertigstellung die größte Hängebrücke Europas. Die Planung übernahmen der Bauingenieur Fritz Leonhardt, der Architekt Paul Bonatz und der Ingenieur Karl Schaechterle.
Charakteristisch für die Brücke ist ihr konstruktives System mit schlanken Pylonen und einem durchgehenden Fahrbahnträger, der an Tragkabeln hängt. Die Gestaltung folgt einem funktionalen Ansatz, wobei die klaren Linien und die proportionale Gliederung das Erscheinungsbild prägen.
Im März 1945 wurde die Brücke gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte von 1952 bis 1954 unter Leitung von Hellmut Homberg. Dabei konnten die vorhandenen Pylone sowie die Widerlager weiterverwendet werden. Die Konstruktion wurde an die Anforderungen der 1950er-Jahre angepasst, blieb jedoch im Grundprinzip der ursprünglichen Lösung treu.
Mit der Zunahme des Verkehrs, insbesondere nach Fertigstellung des Autobahnrings Köln, erwies sich die vorhandene Brückenbreite von 26,4 Metern als nicht mehr ausreichend. Darüber hinaus führten Korrosionsschäden an der Stahlbetonfahrbahn durch den Einsatz von Streusalz zu einer erheblichen Beanspruchung der Konstruktion. In den Jahren 1990 bis 1994 wurde deshalb eine umfassende Erweiterung und Sanierung vorgenommen.
Die Lösung sah vor, die bestehende Brücke durch eine zweite, parallel verlaufende Tragkonstruktion zu ergänzen. Diese Erweiterung folgte dem statischen Grundprinzip der Hängebrücke: Sie erhielt eigene Pylone, Tragkabel, Hängeseile sowie einen Versteifungsträger. Die Fahrbahnbreite wurde damit auf 52,8 Meter verdoppelt. Gleichzeitig wurde die ursprüngliche Stahlbetonfahrbahn durch eine leichtere Stahlkonstruktion ersetzt. Dies ermöglichte eine Erhöhung der Verkehrskapazität, ohne die ursprünglichen Tragkabel austauschen zu müssen – die Mehrlast konnte im Rahmen der bestehenden Tragsysteme aufgenommen werden.
Die erweiterte Brücke stellt heute ein Zusammenspiel aus historischer Substanz und konstruktiver Ergänzung dar. Sie ist Bestandteil der Autobahn A4 und trägt zur Verbindung der links- und rechtsrheinischen Stadtteile Kölns bei. In ihrer heutigen Form erfüllt sie sowohl funktionale Anforderungen des Fernverkehrs als auch städtebauliche Aufgaben im südlichen Stadtgebiet.
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 22.07.2025
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