48143 Münster
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Denkmalgeschützt
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Objekt wurde umgebaut, saniert oder erweitert
- Baujahr:
- 1950 (Vereinfachte Rekonstruktion), 2022 (Umbau)
- Epoche(n):
- Historismus, Gegenwart
- Urheber*in:
- Benteler + Wörmann (Vereinfachte Rekonstruktion)
- Bauherr*in:
- Internet:
- www.prinzipalmarkt41.de
Das zum Wohn- und Geschäftshaus ausgebaute Gebäude am Prinzipalmarkt 41 in Münster wurde im Rahmen einer umfassenden Sanierung neu strukturiert und durch eine neue Giebelfassade ergänzt. Die Entwurfsplanung der straßenseitigen Fassade erfolgte durch Achterkamp + Möller Architekten aus Steinfurt, während Mensen + Zora Architekten aus Münster die restliche Sanierung sowie die Ausführungsplanung verantworteten.
Das historische Bestandsgebäude befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur St.-Lamberti-Kirche innerhalb der geschlossenen Häuserzeile des Prinzipalmarktes. Mit seinen Arkaden, der homogenen Werksteinfassade und der giebelständigen Ausrichtung weist es wesentliche Merkmale des rekonstruierten historischen Stadtbilds auf, die beim Umbau zeitgemäß aufgegriffen wurden.
Die Geschichte des Gebäudes reicht bis in das frühe 16. Jahrhundert zurück. Der erste Vorgängerbau des heutigen Gebäudes war als gotischer Werksteinbau mit zwei Obergeschossen und abgetrepptem Giebel gestaltet und wurde mehrfach baulich angepasst. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus nahezu vollständig zerstört, lediglich Teile des Arkadengangs blieben weitestgehend erhalten.
Beim rekonstruktiven Wiederaufbau des Bestandes, der nach Plänen von Heinrich Benteler und Albert Wörmann erfolgte, wurde zwar die historische Parzellenstruktur beachtet, der ursprünglich vorhandene Giebel wurde jedoch aus finanziellen Gründen nur in vereinfachter Form realisiert. Durch die inkonsequente Rekonstruktion blieb das Gebäude über mehrere Jahrzehnte hinweg mit einem deutlich niedrigeren Behelfsgiebel innerhalb der sonst geschlossenen Giebelfolge des Prinzipalmarktes bestehen.
Im Zuge des erforderlichen Ausbaus und Umbaus der Obergeschosse und des Daches wurde die fassadenseitige Gestaltung eines neuen Giebels erneut aufgegriffen. Auf Anregung des Gestaltungsbeirats der Stadt Münster wurde hierfür ein geladener Fassadenwettbewerb veranstaltet, aus dem der Entwurf von Achterkamp + Möller als siegreich hervorging. Ziel war nicht die Rekonstruktion des historischen Vorgängerbaus, sondern eine zeitgenössische Ergänzung, die die bisherige Fehlstelle in der Häuserzeile schließt und zugleich als eigenständige Zeitschicht erkennbar bleibt.
Der neue Giebel entwickelt sich unmittelbar aus der bestehenden Werksteinfassade und setzt deren Materialität in einem großflächigen, gleichschenkligen Giebelfeld aus Sandstein fort. Seine ruhige Dreiecksform orientiert sich an Maßstab und Proportion der benachbarten Giebelhäuser, verzichtet jedoch auf deren kleinteilige Ornamentik. Im Zentrum des Giebelfeldes befinden sich mehrere schlanke, vertikal ausgerichtete Öffnungen, die zu einer rippenartigen Struktur zusammengefasst sind. Ihre unterschiedlich abgeschrägten Laibungen reagieren auf den jeweiligen Blickwinkel und optimieren zugleich den Lichteinfall der Loggia und dahinterliegenden Räume.
Parallel zur Erneuerung des Giebels wurden die oberen Geschosse des Gebäudes neu organisiert. Während das Erdgeschoss weiterhin dem Einzelhandel vorbehalten bleibt, entstanden in den darüber liegenden Ebenen kompakte Wohneinheiten mit offenen Grundrissen.
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 24.08.2026
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