baukunst-nrw

Schelmenturm

Schelmenturm von Westen
Trumspitze Schelmenturm
Turmstraße mit Schelmenturm
Fassadenausschnitt Schelmenturm
Eingangsbereich
Ausstellungsgeschoss 1. OG
Ausstellung im 1. OG mit Glockeninstallation
Ausstellung im 1. OG mit Glockeninstallation
Veranstaltungsraum 2. OG
Veranstaltungsraum im 2. OG
Veranstaltungsraum und Galerie
Galerie
Galerie
Treppe im Schelmenturm
Treppenauge
Gewendelte Treppe
Grundriss EG
Grundrisse Geschosse
Ansichten
Schnitte

Schelmenturm von Westen
Trumspitze Schelmenturm
Turmstraße mit Schelmenturm
Fassadenausschnitt Schelmenturm
Eingangsbereich
Ausstellungsgeschoss 1. OG
Ausstellung im 1. OG mit Glockeninstallation
Ausstellung im 1. OG mit Glockeninstallation
Veranstaltungsraum 2. OG
Veranstaltungsraum im 2. OG
Veranstaltungsraum und Galerie
Galerie
Galerie
Treppe im Schelmenturm
Treppenauge
Gewendelte Treppe
Grundriss EG
Grundrisse Geschosse
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Schnitte
Standort
Grabenstraße 30
40789 Monheim am Rhein
  • Denkmalschutz Denkmalgeschützt
Baujahr:
1423-1425 / 2021-2025
Epoche(n):
Gotik
Urheber*in:
Bauherr*in:

Der Schelmenturm zählt zu den bedeutendsten historischen Bauwerken in Monheim am Rhein und prägt bis heute das Stadtbild. Der etwa 26 Meter hohe Turm wurde im Jahr 1425 errichtet und diente ursprünglich als Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Als ehemaliges Stadttor übernahm der Schelmenturm über Jahrhunderte hinweg eine zentrale Schutz- und Kontrollfunktion. Heute gilt er als architektonisches Wahrzeichen der Stadt und als wichtiges Zeugnis spätmittelalterlicher Wehrarchitektur im Rheinland.

Architektonisch zeichnet sich der Turm durch seine massive Bauweise und die klare vertikale Gliederung aus. Die historische Substanz aus Backsteinmauerwerk verweist auf die regionale Baukultur des Spätmittelalters. Trotz zahlreicher Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte blieb der ursprüngliche Charakter des Bauwerks weitgehend erhalten. Besonders prägend ist die markante Dachform mit der Schiefereindeckung, die im Zuge der jüngsten Sanierung erneuert wurde.

Nachdem der Schelmenturm aufgrund verschärfter Brandschutzauflagen über mehrere Jahre nicht öffentlich zugänglich war, erfolgte eine umfassende Sanierung und Umnutzung durch thelenarchitekten. Ziel der Maßnahmen war es, die historische Bausubstanz langfristig zu sichern und zugleich eine zeitgemäße kulturelle Nutzung zu ermöglichen. Die Planungen umfassten sowohl die denkmalgerechte Restaurierung der mittelalterlichen Befestigungsanlage als auch die funktionale Weiterentwicklung des Gebäudes.

Besonderes Augenmerk lag auf dem sensiblen Umgang mit dem historischen Bestand. Um das Erscheinungsbild der Fassaden zu bewahren, wurden Materialien, Farben sowie die Zusammensetzung von Mörtel und Klinkern sorgfältig auf den Bestand abgestimmt. Sichtbare Eingriffe in die historische Struktur sollten weitgehend vermieden werden. Auch das neue Brandschutzkonzept wurde entsprechend zurückhaltend entwickelt.

Die Sanierung erfolgte in mehreren Bauabschnitten. Zunächst wurden das Foyer, das Zwischengeschoss und das erste Obergeschoss fertiggestellt. Im Erdgeschoss befinden sich heute ein Eingangsbereich, Technikräume und sanitäre Anlagen. Das Zwischengeschoss ergänzt die Nutzung um weitere Nebenräume und eine Veranstaltungsküche. Im ersten Obergeschoss entstand eine multimediale Ausstellung zur Geschichte des Turms. An insgesamt 15 Stationen wird die Entwicklung des Bauwerks und der Stadt Monheim erzählt. Digitale Inszenierungen wie die Projektion des „Monheimer Schelms“ oder die begehbare Glockeninstallation verbinden historische Inhalte mit zeitgemäßer Vermittlung.

In einem weiteren Bauabschnitt wurden das zweite Obergeschoss und das Galeriegeschoss für kulturelle Veranstaltungen ausgebaut. Die Räume sind heute für Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Empfänge und Trauungen nutzbar. Insgesamt können auf zwei Ebenen bis zu 100 Besucher Platz finden. Damit wandelte sich der ehemals rein wehrhafte Stadtturm zu einem multifunktionalen Kulturort, ohne seine historische Identität zu verlieren.

Die Umbaumaßnahmen machten umfangreiche Eingriffe in Konstruktion, Statik und technische Gebäudeausrüstung erforderlich. Sämtliche Arbeiten wurden in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege umgesetzt. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie historische Wehrarchitektur durch präzise Restaurierung, technische Modernisierung und behutsame Umnutzung in die Gegenwart überführt werden kann.

Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 06.07.2026

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Architektur Öffentliche Gebäude Schlösser/Burgen/Stadtbefestigungen
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